Ratgeber

Was kostet ein Onlineshop in der Schweiz?

Ein Onlineshop kostet einmal für Einrichtung und Gestaltung und danach laufend: Abo oder Hosting, Erweiterungen und eine Gebühr auf jeder Zahlung. Bei Shopify beginnt das Abo in der Schweiz bei CHF 21 pro Monat mit jährlicher Zahlung, dazu kommen im kleinsten Paket 2.95 % plus CHF 0.30 pro Kartenzahlung zum Standardtarif. Eine verlässliche öffentliche Preisübersicht für die Einrichtung durch Agenturen haben wir nicht gefunden. Darum zeigen wir hier die Posten, die du selbst nachrechnen kannst.

Stand 9. Oktober 2026

Die Kurzantwort: was einmalig und was laufend anfällt.

Wer nach dem Preis eines Onlineshops fragt, meint oft nur die Einrichtung. Über die Jahre fallen die laufenden Posten aber stärker ins Gewicht, weil sie mit jeder Bestellung und jedem Monat wiederkommen. Rechne mit diesen Bausteinen:

  • Einmalig: Einrichtung der Shopsoftware, Gestaltung, Aufbau des Katalogs mit Artikeln, Varianten und Bildern, Anbindung von Zahlung und Versand, Tests.
  • Laufend fix: Abo der Shopsoftware oder Hosting, kostenpflichtige Erweiterungen, Domain, Wartung.
  • Laufend pro Bestellung: Gebühren des Zahlungsanbieters, Versand und Verpackung.
  • Deine Zeit: Artikeldaten, Preise und Bilder pflegen, Bestellungen bearbeiten, Retouren beantworten.

Shopsoftware: mieten oder selbst betreiben.

Bei einer gemieteten Shopsoftware zahlst du ein Abo, und Server und Software betreibt der Anbieter. Shopify zeigt auf seiner Schweizer Preisseite diese Beträge:

Die Alternative ist eine eigene Installation, etwa WooCommerce auf WordPress. Die Grundsoftware ist laut WordPress-Verzeichnis kostenlos, für zusätzliche Funktionen gibt es kostenlose und kostenpflichtige Erweiterungen. Hosting, Updates und Sicherungen organisierst du dann selbst oder mit einem Anbieter. Für das Hosting eines Shops mit über 1’000 Produkten nennt die Agentur Beyondweb CHF 1’000 bis mehrere CHF 10’000 pro Jahr, für die Wartung eines Shops mit 2’000 Produkten mehrere CHF 10’000 pro Jahr.

Shopify, Preisseite Schweiz, abgerufen am 9. Oktober 2026. Die Zusatzgebühr fällt an, wenn du statt Shopify Payments einen anderen Zahlungsanbieter nutzt.
Shopify-PaketMonatliche ZahlungJährliche ZahlungZusatzgebühr bei externem Zahlungsanbieter
BasicCHF 29 pro MonatCHF 21 pro Monat2 %
GrowCHF 79 pro MonatCHF 59 pro Monat1 %
AdvancedCHF 359 pro MonatCHF 269 pro Monat0.6 %

Gebühren für Karte und TWINT.

Auf jede Zahlung im Shop fällt eine Gebühr an. Wie hoch, hängt vom Zahlungsanbieter und von der Zahlungsart ab. TWINT kostet bei den hier verglichenen Anbietern weniger als eine Kartenzahlung.

Ein Rechenbeispiel für eine Bestellung über CHF 80 im Shopify-Paket Basic: Mit Karte zahlst du 2.95 % plus CHF 0.30, also CHF 2.66. Mit TWINT sind es 1.75 % plus CHF 0.30, also CHF 1.70. Bei 100 solchen Bestellungen im Monat macht das CHF 96 Unterschied.

Du kannst TWINT auch direkt mit der TWINT Acquiring AG abrechnen. Deren Preisverzeichnis (Version 1.1 vom 22. September 2024) nennt für Distanzgeschäfte 1.35 % des Transaktionsvolumens. Nutzt du die Funktion Formularfelder, die für Zahlungslinks und QR-Codes für den Postversand nötig ist, kommen CHF 0.30 pro Transaktion dazu. Für einige Branchen gilt ein Zuschlag von 0.10 %. Ob sich ein eigener Vertrag lohnt, hängt davon ab, ob deine Shopsoftware ihn anbinden kann und welche Zusatzgebühren sie dafür verlangt.

Preisseiten von Shopify Schweiz und Stripe Schweiz, abgerufen am 9. Oktober 2026; Preis- und Leistungsverzeichnis der TWINT Acquiring AG, Version 1.1. Stripe verlangt laut eigener Seite keine Einrichtungs- oder Monatsgebühren.
AnbieterKarte, Standardtarif onlineTWINT
Shopify Payments, Basic2.95 % plus CHF 0.30, international 3.15 % plus CHF 0.301.75 % plus CHF 0.30
Shopify Payments, Grow2.75 % plus CHF 0.30, international 2.95 % plus CHF 0.301.65 % plus CHF 0.30
Shopify Payments, Advanced2.55 % plus CHF 0.30, international 2.85 % plus CHF 0.301.45 % plus CHF 0.30
Stripe, Standard2.9 % plus CHF 0.30 für Karten aus der Schweiz, ausländische Karten 3.25 % plus CHF 0.30, bei Währungsumrechnung zusätzlich 2 %auf der Preisseite nicht ausgewiesen
TWINT Acquiring AG, direktkeine Karten1.35 % bei Distanzgeschäften

MWST im Onlineshop.

Seit 1. Januar 2024 gelten in der Schweiz drei Sätze: 8.1 % als Normalsatz, 2.6 % als reduzierter Satz und 3.8 % für Beherbergung. Der reduzierte Satz gilt laut ESTV unter anderem für Lebensmittel nach dem Lebensmittelgesetz, Medikamente sowie Zeitungen, Zeitschriften und Bücher ohne Reklamecharakter. Verkaufst du Waren mit verschiedenen Sätzen, braucht dein Shop den richtigen Satz pro Artikel, damit Preise und Quittungen stimmen.

Nicht jeder Shop rechnet MWST ab. Liegt der Umsatz aus steuerbaren Leistungen innerhalb eines Jahres unter CHF 100’000, ist ein Unternehmen laut KMU-Portal des Bundes von der Steuerpflicht befreit. Klär die Frage vor dem Start mit deiner Treuhand, denn sie bestimmt, wie Preise und Quittungen im Shop eingerichtet werden.

Was in jedem Schweizer Shop stehen muss.

Ein Teil der Einrichtung ist keine Gestaltungsfrage, sondern Pflicht. Das SECO fasst zusammen, was Anbieter im Onlinehandel nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und der Preisbekanntgabeverordnung beachten müssen:

  • Klare und vollständige Angaben zu Identität und Kontaktadresse, einschliesslich E-Mail-Adresse.
  • Ein Hinweis auf die einzelnen technischen Schritte bis zum Vertragsabschluss.
  • Technische Mittel, mit denen Kundinnen und Kunden Eingabefehler vor der Bestellung erkennen und korrigieren können.
  • Eine unverzügliche elektronische Bestätigung jeder Bestellung.
  • Der tatsächlich zu bezahlende Preis in Schweizer Franken. Angaben zu Kosten und Zusatzkosten, etwa Versandkosten, stehen unmittelbar neben dem angebotenen Produkt.

Shop, Bestellportal und was Ermeth dazu anbietet.

Nicht jeder Betrieb braucht einen öffentlichen Shop. Bestellen bei dir vor allem bestehende Geschäftskunden, die regelmässig dasselbe ordern, kann ein geschlossenes Bestellportal mit Kundenpreisen der passendere Start sein. Verkaufst du an viele Privatkunden, liegt eine gemietete Shopsoftware oft näher als eine eigene Entwicklung.

Für Onlineshops haben wir keinen Richtpreis. Unsere drei Einstiege mit Richtpreis betreffen Website, Anfrageweg und verbundene Abläufe. Einen Shop oder ein Bestellportal offerieren wir als eigenes Projekt oder als Teil eines Einstiegs, mit Umfang, deiner Mitwirkung und Abnahme. Die Verträge mit Zahlungs- und Versanddienstleistern schliesst du selbst ab. Artikeldaten, Bilder und Preise pflegt dein Betrieb, wir zeigen dir, wie. Was dazugehört, steht unter Onlineshops und Bestellportale. Wie sich ein Bestellablauf anfühlen kann, zeigt unser Beispiel-Shop mit einem fiktiven Betrieb und erfundenen Daten.

Erstgespräch: so klären wir deinen Fall.

Das Erstgespräch kostet nichts. Schreib uns an kontakt@ermeth.ch oder über das Kontaktformular, was du verkaufen willst, an wen und wie Bestellungen heute bei dir ankommen. Wir sagen dir offen, ob eine gemietete Shopsoftware genügt, ob ein Bestellportal besser passt und ob wir der richtige Partner dafür sind. Danach erhältst du eine Offerte mit Betrag, Umfang und Abnahme.

Häufige Fragen.

Geht ein Onlineshop ohne monatliche Kosten?

Ganz ohne laufende Kosten kaum. Die Grundsoftware WooCommerce ist kostenlos, aber Hosting, Domain und Wartung kosten weiterhin Geld. Dazu kommen bei jedem Anbieter Gebühren auf jede Zahlung.

Kostet TWINT im Shop weniger Gebühren als eine Karte?

Bei den verglichenen Anbietern ja. Im Shopify-Paket Basic kostet eine TWINT-Zahlung 1.75 % plus CHF 0.30, eine Kartenzahlung zum Standardtarif 2.95 % plus CHF 0.30. Welche Zahlungsarten du anbietest, entscheidest du nach deiner Kundschaft, nicht nur nach der Gebühr.

Ab welchem Umsatz muss mein Shop MWST abrechnen?

Laut KMU-Portal des Bundes ist ein Unternehmen von der Steuerpflicht befreit, wenn sein Umsatz aus steuerbaren Leistungen innerhalb eines Jahres unter CHF 100’000 liegt. Erreicht der Umsatz CHF 100’000, wird es steuerpflichtig. Die Einzelheiten klärst du am besten mit deiner Treuhand.

Wer schliesst den Vertrag mit dem Zahlungsanbieter ab?

Du als Betreiberin oder Betreiber des Shops. Das Geld fliesst auf dein Konto, und der Vertrag läuft auf deinen Namen. Eine Agentur kann die Anbindung einrichten, sollte aber nicht selbst Vertragspartnerin des Zahlungsanbieters sein.

Lohnt sich ein Onlineshop für wenige Produkte?

Das hängt weniger von der Zahl der Produkte ab als davon, wie viele Bestellungen du erwartest und wie sie heute ankommen. Bei wenigen Artikeln genügt oft eine gemietete Shopsoftware im kleinsten Paket. Rechne die festen Monatskosten gegen die Arbeit, die dir eine Bestellung über den Shop statt per Telefon oder Mail abnimmt.

Lass uns über deinen Fall sprechen.

Das Erstgespräch kostet nichts. Du beschreibst, wie es heute bei dir läuft, und wir sagen dir offen, ob und wie wir helfen können.