Ratgeber

Website-Relaunch: die Checkliste für KMU.

Ein Relaunch lohnt sich, wenn deine Website nicht mehr zeigt, was du heute anbietest, oder wenn Anfragen nicht dort ankommen, wo jemand sie bearbeitet. Ob du danach in Suchmaschinen sichtbar bleibst, entscheidet sich zu einem guten Teil daran, was mit den Adressen der alten Seiten passiert. Diese Checkliste führt dich von der Bestandsaufnahme bis zu den ersten Wochen nach dem Start.

Stand 8. Oktober 2026

Wann sich ein Relaunch lohnt.

Ein Relaunch ist mehr als ein neues Design. Ein neues Design allein ist sogar ein schwacher Grund, wenn Inhalte, Anfragen und Technik funktionieren. Dann reichen gezielte Anpassungen an einzelnen Seiten, und dafür brauchst du nicht zwingend eine Agentur. Welcher Anbieter wofür passt, steht im Ratgeber Webagentur, Freelancer oder Baukasten? Ein Relaunch lohnt sich, wenn mindestens eines davon zutrifft:

  • Dein Angebot hat sich verändert, die Website nicht.
  • Die Website ist auf dem Smartphone mühsam zu bedienen.
  • Du kannst Texte nicht selbst ändern oder weisst nicht, wer die Website technisch betreut.
  • Anfragen kommen als knappe Mail ohne die Angaben, die du für eine Offerte brauchst.
  • Das System hinter der Website erhält keine Sicherheitsupdates mehr.

Zuerst die Bestandsaufnahme.

Bevor jemand gestaltet, halte fest, was heute da ist. Diese Liste brauchst du später für die Weiterleitungen und für die Abnahme. Eine Tabelle, die alle Beteiligten sehen, genügt.

  • Seiten: alle Adressen der heutigen Website. Google empfiehlt, die wichtigen Adressen in der Sitemap, in den Server-Protokollen oder der Besucherauswertung, im Bericht zu Links in der Search Console und im Redaktionssystem zu suchen. Auch die Adressen von Bildern und Videos gehören laut Google dazu.
  • Inhalte: welche Texte, Bilder und Dokumente bleiben, welche neu geschrieben werden und wer sie freigibt.
  • Anfragen: über welche Wege heute Anfragen kommen, also Formular, Mail oder Telefon, wer sie erhält und welche Angaben oft fehlen.
  • Rankings: mit welchen Suchbegriffen und über welche Seiten du heute gefunden wirst. Notiere die Seiten mit den meisten Klicks aus der Search Console, damit du nachher vergleichen kannst.
  • Zugänge: wer Domain, Hosting und Search Console verwaltet und auf wessen Namen sie laufen.

SEO beim Relaunch: Adressen, Weiterleitungen, Search Console.

Ändern sich die Adressen deiner Seiten, behandelt Google das als Umzug. Rechne dabei mit Schwankungen in den Suchergebnissen: Bei mittelgrossen Websites kann es laut Google einige Wochen oder länger dauern, bis nach und nach die neuen Adressen erscheinen. Unser Rat: Leite jede alte Seite auf die neue Seite mit demselben Inhalt weiter, nicht alle zusammen auf die Startseite. Wie wir Suchleistung auswerten, steht bei SEO und Reporting.

Die Anleitung von Google zu Website-Umzügen mit URL-Änderungen (Stand 20. August 2026) nennt diese Schritte:

  • Zuordnung: jede wichtige alte Adresse einer neuen zuweisen.
  • Dauerhafte Weiterleitungen auf dem Server, zum Beispiel mit den Statuscodes 301 oder 308. Ketten von Weiterleitungen sollen kurz bleiben, idealerweise höchstens drei Sprünge.
  • Weiterleitungen so lange wie möglich behalten, in der Regel mindestens ein Jahr.
  • Eine Sitemap mit den neuen Adressen in der Search Console einreichen.
  • Das Tool zur Adressänderung in der Search Console nur nutzen, wenn die Domain oder Subdomain wechselt. Für den Wechsel von http zu https oder zwischen Adressen mit und ohne www auf derselben Domain braucht es das Tool nicht.
  • Verweise auf die bevorzugte Adresse (canonical) auf die neuen Adressen setzen und noindex-Regeln aus der Testphase entfernen.

Den Anfrageweg gleich mitdenken.

Ein Relaunch ist auch der passende Moment, um zu klären, was nach dem Absenden eines Formulars passiert. Wer erhält die Anfrage? Welche Angaben braucht ihr für eine Offerte? Wer fasst nach, wenn niemand antwortet? Diese Punkte lohnt es sich festzulegen:

  • Pflichtangaben im Formular, zum Beispiel Ort, Umfang und gewünschter Zeitraum, damit die erste Rückfrage entfällt.
  • Ein Eingang, den jemand täglich liest, statt einer alten Sammeladresse.
  • Eine zuständige Person und ein nächster Schritt für jede Anfrage, bei Bedarf in einer Kundenverwaltung (CRM).
  • Datenschutzhinweise, die zum neuen Formular passen. Das Datenschutzgesetz verlangt, dass du Personen bei der Beschaffung ihrer Daten angemessen informierst, mindestens über deine Identität und Kontaktdaten, den Zweck und allfällige Empfänger (Art. 19 DSG).

Checkliste für Go-live und Abnahme.

Geh diese Liste vor dem Umschalten durch und hake jeden Punkt mit Datum ab:

  • Alle Seiten auf Computer und Smartphone geprüft, mit freigegebenen Texten.
  • Interne Links funktionieren, keine Testinhalte mehr online.
  • Weiterleitungen getestet: Google nennt dafür das URL-Prüftool der Search Console für einzelne Adressen und Skripte für viele Adressen.
  • Formular abgeschickt: Eine gekennzeichnete Testanfrage kommt beim vereinbarten Eingang an.
  • Sitemap aktualisiert und in der Search Console eingereicht.
  • Impressum und Datenschutzhinweise aktuell. Wer Waren, Werke oder Leistungen im elektronischen Geschäftsverkehr anbietet, muss laut UWG klare und vollständige Angaben über Identität und Kontaktadresse einschliesslich E-Mail machen (Art. 3 Abs. 1 lit. s UWG).
  • Zugänge übergeben: Domain, Hosting und Search Console laufen auf deinen Namen.
  • Kopie der alten Website gesichert, falls später etwas fehlt.

Nach dem Start: die ersten Wochen überwachen.

Ob der Umzug geklappt hat, zeigt sich nach dem Go-live. Google empfiehlt, in der Search Console den Bericht zur Indexierung und den Sitemap-Bericht zu verfolgen. Dazu kommen drei eigene Prüfungen:

  • Fehlerseiten: Tauchen alte Adressen mit dem Fehler 404 auf, fehlt eine Weiterleitung.
  • Formular: Kommen weiter Anfragen an? Trifft eine Woche lang nichts ein, prüf zuerst den Weg, bevor du von fehlender Nachfrage ausgehst.
  • Erreichbarkeit: Ist die Website erreichbar, und ist das Zertifikat gültig?

Kosten, Zeitplan und wie wir dich begleiten.

Für die Kosten gelten dieselben Punkte wie bei einer neuen Website: Seiten, Sprachen, Funktionen und Inhalte. Dazu kommt die Arbeit für Bestandsaufnahme und Weiterleitungen. Spannen und laufende Kosten stehen im Ratgeber Was kostet eine Website in der Schweiz? Für den Zeitplan gilt: Plane Bestandsaufnahme und Inhalte vor dem Bau ein, und leg den Go-live nicht in die Wochen, in denen dein Betrieb am meisten Anfragen hat. Wenn du die Prüfungen nach dem Start nicht von Hand machen willst, kann ein Monitoring Website und Formular regelmässig prüfen und die zuständige Person benachrichtigen.

Ermeth ist eine Agentur von Abbas Kansou und Shervin Ramezani mit Kontaktadresse in Zürich. Ein Relaunch passt in einen der drei Einstiege, wenn die neue Website den Umfang einhält: Der Webauftritt mit Richtpreis CHF 3’900 und Website und Anfrageprozess mit CHF 6’900 umfassen bis fünf Kernseiten in einer Sprache, Website und automatisierte Bearbeitung mit CHF 9’900 bis acht. Weitere Sprachen oder Seiten offerieren wir vorher mit eigenem Umfang. Ob Bestandsaufnahme und Weiterleitungen im Umfang enthalten sind, steht in der Offerte. Was eine Website bei uns umfasst, steht bei Websites und Landingpages. Welche Weiterleitungen nötig sind, klären wir im Gespräch.

Das Erstgespräch kostet nichts. Schreib uns an kontakt@ermeth.ch oder über das Kontaktformular, welche Website du heute hast und wie Anfragen bei dir ankommen. Abbas oder Shervin antwortet dir per E-Mail und schlägt einen Termin vor, wenn es passt. Danach erhältst du eine Offerte mit Betrag, Umfang, deiner Mitwirkung und der Abnahme. Erst dann entscheidest du.

Häufige Fragen.

Verliere ich beim Relaunch meine Google-Platzierungen?

Nicht zwingend, aber Schwankungen sind normal. Laut Google kann es bei mittelgrossen Websites einige Wochen oder länger dauern, bis die neuen Adressen erscheinen. Dauerhafte Weiterleitungen von jeder alten auf die passende neue Seite sind der Schritt, den du am stärksten selbst beeinflusst.

Kann ich die Domain beim Relaunch behalten?

Ja. Bleibt die Domain gleich, brauchst du das Tool zur Adressänderung in der Search Console nicht. Läuft die Domain heute nicht auf deinen Namen, kläre das vor dem Relaunch.

Wie lange müssen Weiterleitungen bestehen bleiben?

Google empfiehlt, sie so lange wie möglich zu behalten, in der Regel mindestens ein Jahr. Wir raten, sie nicht zu entfernen, solange alte Adressen noch Besuche erhalten oder von anderen Websites verlinkt sind.

Sollen wir alte Seiten löschen, die niemand mehr besucht?

Seiten ohne Besuche und ohne Links von aussen kannst du weglassen. Hat eine Seite Besuche oder verlinken andere Websites auf sie, leite sie auf die passendste neue Seite weiter.

Brauchen wir für einen Relaunch eine Agentur?

Nicht immer. Wenn du nur Texte und Bilder auffrischst und die Adressen gleich bleiben, reicht oft dein heutiges System. Eine Agentur lohnt sich, wenn Struktur, Technik und Anfrageweg gleichzeitig neu werden.

Lass uns über deinen Fall sprechen.

Das Erstgespräch kostet nichts. Du beschreibst, wie es heute bei dir läuft, und wir sagen dir offen, ob und wie wir helfen können.