Ratgeber

Was kostet ein KI-Chatbot für die Website?

Ein KI-Chatbot für die Website verursacht zwei Arten von Kosten: einmalig die Einrichtung mit Wissensbasis, danach laufend Nutzung und Pflege. Bei fertigen Abo-Werkzeugen reichen die Pläne laut Preisseiten von kostenlos bis zu einigen Hundert US-Dollar pro Monat, eine eigene Anbindung an deine Systeme wird individuell offeriert. Ob sich ein Chat lohnt, hängt weniger vom Werkzeug ab als davon, wie viele wiederkehrende Fragen dein Team heute von Hand beantwortet.

Stand 8. Oktober 2026

Abo-Werkzeug oder eigene Anbindung?

Es gibt zwei Wege. Ein Abo-Werkzeug ist ein fertiger Chat, den du mit Website-Texten oder Dokumenten fütterst und auf deiner Website einbindest. Bezahlt wird ein monatlicher Plan, oft mit einem Kontingent an Nachrichten oder gelösten Fällen. Eine eigene Anbindung verbindet ein Sprachmodell mit deinen Systemen, zum Beispiel mit der Kundenverwaltung (CRM) oder dem Auftragssystem, und folgt Regeln, die für deinen Betrieb festgelegt werden.

Für einen Chat, der nur allgemeine Fragen beantwortet, reicht oft ein Abo-Werkzeug. Eine eigene Anbindung lohnt sich erst, wenn Antworten Daten aus deinen Systemen brauchen oder wenn Anliegen nach festen Regeln an bestimmte Personen gehen sollen.

MerkmalAbo-WerkzeugEigene Anbindung
EinrichtungWeitgehend selbst, im Rahmen des WerkzeugsIndividuell geplant, gebaut und getestet
WissenWebsite-Texte und hochgeladene DokumenteFreigegebene Unterlagen und Daten aus deinen Systemen
Übergabe an MenschenSo, wie das Werkzeug es vorsiehtNach deinen Regeln, zum Beispiel als Aufgabe im CRM
Laufende KostenMonatlicher Plan, oft mit KontingentNutzung beim Modellanbieter, Hosting, Pflege

Woraus die Kosten bestehen.

Egal, welchen Weg du wählst, die Kosten setzen sich aus vier Teilen zusammen:

  • Einrichtung: Werkzeug auswählen oder Anbindung bauen, Gesprächsregeln und Übergaben festlegen, auf der Website einbinden und testen.
  • Wissensbasis: Unterlagen sammeln, aktualisieren und freigeben. Dieser Teil liegt zu einem guten Teil bei dir im Betrieb, weil nur du weisst, was stimmt.
  • Nutzung: Abo-Werkzeuge rechnen nach Plan und Kontingent ab, eigene Anbindungen nach der Menge verarbeiteten Texts beim Modellanbieter. Gemessen wird diese in Tokens, also kurzen Textstücken.
  • Pflege: Antworten stichprobenweise prüfen, Lücken schliessen, Preise und Abläufe nachführen.
Beispiele, Stand 8. Oktober 2026, aus den Preisseiten von Chatbase, Intercom und Anthropic (siehe Quellen). Beträge in US-Dollar, ohne Gewähr. Pläne ändern sich.
AnbieterAbrechnungPreis laut Preisseite
ChatbasePlan mit Kontingent an Nachrichten-CreditsKostenlos mit 50 Credits; USD 40 mit 700, USD 150 mit 4’000, USD 500 mit 15’000 Credits pro Monat bei monatlicher Zahlung
Intercom FinPro Ergebnis («outcome») und pro ArbeitsplatzMindestens USD 0.99 je Ergebnis; Arbeitsplatz USD 29 bis 132 pro Monat bei jährlicher Zahlung
Anthropic API (eigene Anbindung)Pro Million Tokens, Eingabe und Ausgabe getrenntModell Sonnet 5.5: USD 2 je Million Eingabe-Tokens, USD 10 je Million Ausgabe-Tokens

Was ein Chatbot können muss, damit er sich lohnt.

Die Beträge oben decken nur die Nutzung. Einrichtung, Wissensbasis und Pflege kommen dazu, ob du sie selbst leistest oder vergibst. Damit dieser Aufwand nicht verpufft, sollte ein Chat sechs Dinge können:

  • Er antwortet nur aus Unterlagen, die du freigegeben hast, und sagt offen, wenn er etwas nicht weiss.
  • Er stellt sich als Assistent vor und bietet den Wechsel zu einem Menschen an.
  • Er übergibt mit Gesprächsverlauf und den nötigen Angaben wie Name, Rückrufnummer und Anliegen.
  • Er macht keine Zusagen zu Preisen, Terminen oder Kulanz, die du nicht ausdrücklich freigegeben hast.
  • Du siehst, welche Fragen gestellt wurden und welche er nicht beantworten konnte.
  • Du kannst Wissen ohne Programmierkenntnisse nachführen.

Rechenbeispiel für wiederkehrende Fragen.

Ob sich ein Chat rechnet, schätzt du am besten mit deinen eigenen Zahlen. Alle Werte in der Tabelle sind Annahmen für dieses Beispiel, keine Marktzahlen. Setze deine ein.

Heute: 15 Fragen mal vier Minuten mal 21 Arbeitstage ergibt 1’260 Minuten, also 21 Stunden pro Monat. Beantwortet der Chat die Hälfte ohne Übergabe, werden 10.5 Stunden frei. Abzüglich zwei Stunden Pflege bleiben 8.5 Stunden. Beim angenommenen Stundensatz sind das CHF 510 pro Monat. Davon ziehst du die monatlichen Kosten für Werkzeug oder Nutzung ab. Der Rest zeigt, in wie vielen Monaten sich die einmalige Einrichtung bezahlt macht: Einrichtung geteilt durch diesen Rest.

Zwei Vorbehalte: Wie viele Fragen ein Chat ohne Übergabe beantwortet, ist am Anfang unbekannt und lässt sich nur in einem Pilot messen. Und frei gewordene Stunden zählen nur, wenn dein Team sie für andere Arbeit nutzt. Liegt das Ergebnis nahe bei null, ist eine gut gepflegte Seite mit häufigen Fragen die ehrlichere Wahl.

Alle Werte sind Annahmen für das Rechenbeispiel, keine Marktzahlen.
GrösseAnnahme im Beispiel
Wiederkehrende Fragen pro Arbeitstag15
Minuten pro Antwort von Hand4
Arbeitstage pro Monat21
Anteil, den der Chat ohne Übergabe beantwortet50 %
Pflege pro Monat2 Stunden
Interner StundensatzCHF 60

Risiken und Kontrolle.

Das wichtigste Risiko sind falsche Antworten, die nach einer Zusage klingen. Ein Fall aus Kanada zeigt, warum: Im Februar 2024 verpflichtete das Civil Resolution Tribunal der Provinz British Columbia die Fluggesellschaft Air Canada zu Schadenersatz, weil ihr Website-Chatbot eine falsche Auskunft zu einem Tarif gegeben hatte. Das Tribunal hielt fest, das Unternehmen sei für alle Informationen auf seiner Website verantwortlich, ob sie von einer statischen Seite oder von einem Chatbot stammen. Das ist kein Schweizer Recht, zeigt aber, warum Zusagen bei Menschen bleiben sollten.

Dazu kommt die Transparenz: Laut dem Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) haben Menschen ein gesetzliches Recht zu erfahren, ob sie mit einer Maschine kommunizieren. Mehr zu Datenschutz und Sprache steht im Ratgeber KI im Kundenservice. Rechtliche Fragen zu deinem Fall klärst du mit einer Fachperson.

Vier Kontrollen halten das Risiko klein:

  • In den ersten Wochen liest eine Person jede Antwort mit.
  • Preise, Termine und Kulanz stehen auf einer Liste von Themen, die der Chat immer übergibt.
  • Jede Antwort lässt sich auf eine freigegebene Quelle zurückführen.
  • Eine Person ist dafür zuständig, Änderungen an Preisen und Abläufen nachzuführen.

Checkliste für die Anbieterwahl.

Stelle jedem Anbieter die folgenden Fragen, bevor du dich festlegst. Passen die Antworten und braucht der Chat keine Daten aus deinen Systemen, nimm das Abo-Werkzeug. Sonst lohnt sich ein Blick auf eine eigene Anbindung.

  • Wie wird abgerechnet: pro Nachricht, pro gelöstem Fall, pro Arbeitsplatz oder pro Token? Was passiert, wenn das Kontingent aufgebraucht ist?
  • Wo werden Gesprächsdaten gespeichert, wie lange, und werden sie zum Trainieren von Modellen verwendet?
  • Kann der Chat ausschliesslich aus deinen freigegebenen Unterlagen antworten?
  • Wie funktioniert die Übergabe an dein Team, und kommt sie dort an, wo ihr arbeitet?
  • Kannst du Gesprächsprotokolle exportieren und das Werkzeug wieder verlassen?
  • Läuft der Vertrag auf deinen Namen?

Was wir dabei übernehmen.

Wir bauen den Chat als KI-Kundenbetreuung: Antworten auf Basis freigegebener Firmeninformationen, Einordnung und Weiterleitung von Anliegen und laufende Kontrolle der Wissensbasis. Soll der Assistent auch deinem Team intern Fragen beantworten, gehört Firmenwissen mit KI dazu. Welcher KI-Anbieter zum Einsatz kommt und wo die Daten liegen, legen wir mit dir fest und dokumentieren es.

Einen Richtpreis gibt es dafür nicht. Umfang, Abnahme und Preis stehen in einer eigenen Offerte, Lizenzkosten des KI-Anbieters weisen wir separat aus. Passt ein Abo-Werkzeug besser zu deinem Betrieb, sagen wir dir das.

Das Erstgespräch kostet nichts. Schreib an kontakt@ermeth.ch oder nutze das Kontaktformular. Abbas oder Shervin antwortet dir per E-Mail und schlägt einen Termin vor, wenn es passt. Unsere Einstiege mit Richtpreis stehen unter Angebot.

Häufige Fragen.

Gibt es KI-Chatbots für die Website kostenlos?

Einige Anbieter haben kostenlose Pläne mit kleinem Kontingent, Chatbase zum Beispiel mit 50 Nachrichten-Credits pro Monat. Ob das reicht, hängt von der Zahl deiner Fragen ab. Einrichtung und Pflege kosten auch ohne Abo Arbeitszeit.

Was kostet mehr, ein Abo-Werkzeug oder eine eigene Anbindung?

Am Anfang in der Regel die eigene Anbindung, weil sie geplant und gebaut wird. Laufend hängt es von der Menge ab: Abo-Pläne haben feste Stufen, eine eigene Anbindung bezahlt die tatsächliche Nutzung beim Modellanbieter. Vergleiche beides über zwei bis drei Jahre, einschliesslich Pflege.

Wie lange dauert die Einrichtung?

Das hängt vor allem davon ab, wie aktuell und vollständig deine Unterlagen sind. Bei einer eigenen Anbindung halten wir Umfang und Termine in der Offerte fest.

Kann ein Chatbot auch Termine vergeben?

Ja, wenn ein Kalender mit Schnittstelle angebunden ist und du festlegst, welche Zeiten frei sind und für welche Leistungen. Sonst nimmt der Chat einen Rückrufwunsch auf, der als Aufgabe bei deinem Team landet.

Wer haftet, wenn der Chatbot etwas Falsches sagt?

Das ist eine Rechtsfrage, die du für deinen Fall mit einer Fachperson klärst. Der Fall Air Canada zeigt, dass ein Tribunal einen Betrieb für die Auskunft seines Chatbots verantwortlich machen kann. Darum gehören Zusagen nicht in die Antworten eines Chats.

Lass uns über deinen Fall sprechen.

Das Erstgespräch kostet nichts. Du beschreibst, wie es heute bei dir läuft, und wir sagen dir offen, ob und wie wir helfen können.