Ratgeber
KPI-Dashboard für KMU: Kennzahlen, die wirklich zählen.
Ein KPI-Dashboard zeigt die wenigen Zahlen, mit denen du regelmässig entscheidest, aktuell und direkt aus deinen Systemen statt aus einer Tabelle, die jemand von Hand nachführt. Wir empfehlen, mit fünf bis sieben Kennzahlen zu beginnen, von denen jede eine konkrete Frage beantwortet. Unten findest du Beispiele für ein KPI-Dashboard in Dienstleistung, Handel und Handwerk, die passenden Datenquellen und die Werkzeuge im Vergleich.
Stand 8. Oktober 2026
Was ein KPI-Dashboard ist.
KPI steht für Key Performance Indicator, auf Deutsch Schlüsselkennzahl. Ein Dashboard führt solche Kennzahlen aus mehreren Quellen zusammen und zeigt sie so, dass du sie ohne Nachrechnen verstehst. Der Unterschied zum Bericht: Ein Bericht erklärt einen abgeschlossenen Zeitraum, ein Dashboard zeigt den aktuellen Stand und was Aufmerksamkeit braucht.
Eine Kennzahl gehört nur dann aufs Dashboard, wenn sie eine Frage beantwortet, die du dir regelmässig stellst, und wenn du bei einer Abweichung etwas tun würdest. Jede Kennzahl braucht deshalb fünf Angaben:
- Definition: was genau gezählt wird, zum Beispiel «Rechnungen, deren Zahlungsfrist abgelaufen ist».
- Quelle: aus welchem System die Zahl stammt.
- Rhythmus: wie oft sie aktualisiert wird.
- Zuständigkeit: wer reagiert, wenn sie aus dem Rahmen fällt.
- Schwelle: ab welchem Wert jemand handelt.
Fünf bis sieben Kennzahlen für KMU.
Eine Seite mit 20 Zahlen wirkt gründlich, hilft in der Montagssitzung aber selten weiter. Was im Alltag fehlt, kommt später dazu.
Achte bei jeder Kennzahl auf die Definition. Eine Abschlussquote kann gewonnene Offerten im Verhältnis zu versendeten Offerten meinen oder gewonnenen Betrag im Verhältnis zu offeriertem Betrag. Beides ist richtig, aber nicht vergleichbar. Halte die Definition schriftlich fest und zeige sie im Dashboard neben der Zahl.
Die folgenden Kennzahlen beantworten Fragen aus drei Bereichen: Verkauf, Arbeit und Geld. Wähle die aus, die zu deinen Entscheidungen passen, und lass den Rest weg.
| Kennzahl | Frage dahinter | Typische Quelle |
|---|---|---|
| Offene Offerten, Anzahl und Betrag | Was liegt beim Kunden, und wo müssen wir nachfassen? | CRM oder bexio |
| Abschlussquote | Wie viele Offerten werden zum Auftrag? | CRM |
| Auftragsbestand | Wie viel Arbeit ist bestätigt, aber noch nicht erledigt? | bexio oder Auftragsverwaltung |
| Verrechenbare Stunden | Welcher Teil der geleisteten Zeit lässt sich verrechnen? | Zeiterfassung |
| Überfällige Rechnungen | Wer hat nach Ablauf der Frist nicht bezahlt? | bexio |
| Liquiditätsvorschau | Reicht das Geld für die nächsten Wochen? | Bank und offene Posten |
| Zeit von der Anfrage bis zur Offerte | Wie lange warten Interessenten auf eine Offerte? | CRM |
Beispiele nach Branche (Dienstleistung, Handel, Handwerk).
Die folgenden Beispiele sind Muster, keine Auswertungen echter Betriebe. Sie zeigen, wie sich die Auswahl je nach Geschäftsmodell verschiebt.
Dienstleistung, etwa ein Ingenieur- oder Beratungsbüro: Hier ist Zeit die knappe Grösse. Sinnvoll sind verrechenbare Stunden im Verhältnis zu den verfügbaren Stunden, unverrechnete Leistungen pro Projekt, offene Offerten, überfällige Rechnungen und der Auftragsbestand in Stunden. Die Geschäftsleitung sieht vor der Sitzung, welche Projekte ihr Budget überschreiten.
Handel, etwa ein Geschäft mit Laden und Onlineshop: Hier zählen Bestellungen und Bestand. Sinnvoll sind Umsatz pro Woche nach Kanal, Bruttomarge nach Warengruppe, Artikel unter dem Mindestbestand, die Retourenquote und offene Zahlungen von Geschäftskunden. Wer mit Zahlungsanbietern arbeitet, behält zusätzlich die Gebühren pro Monat im Blick, weil Auszahlungen netto eintreffen.
Handwerk, etwa ein Malergeschäft oder ein Installationsbetrieb: Hier entscheidet der Weg von der Anfrage zum Auftrag. Sinnvoll sind neue Anfragen pro Woche, die Zeit bis zur Offerte, offene Offerten mit Nachfassdatum, der Auftragsbestand in Wochen und Rapporte, die noch nicht verrechnet sind. Wie Zahlen aus der Buchhaltung aussehen können, zeigt unsere Buchhaltungs-Demo mit einem fiktiven Malergeschäft: offene Posten, MWST-Quartal und eine Liquiditätsvorschau über 13 Wochen, alles mit erfundenen Daten.
Datenquellen: bexio, CRM, Shop, Excel.
Ein Dashboard ist so aktuell und richtig wie die Daten in den Quellsystemen. Kläre deshalb vor jeder Diskussion über Diagramme, woher jede Zahl kommt. Welche Quellen sich anbinden lassen, hängt von ihren Schnittstellen ab. Das klären wir vor der Offerte, nicht danach. Mehr dazu unter Schnittstellen und Integration.
Typische Quellen sind:
- bexio: Die bexio-API umfasst laut Dokumentation unter anderem Offerten, Aufträge, Rechnungen, Zahlungen und Mahnungen, aus der Buchhaltung Konten, Berichte und MWST-Perioden sowie Projekte und Zeiterfassung. Offene Posten und überfällige Rechnungen lassen sich so automatisch abfragen. Mehr dazu im Ratgeber bexio verbinden.
- CRM: Anfragen, Verkaufschancen und Phasen. Die Zahlen sind nur so gut wie die Pflege. Steht eine Chance seit Monaten auf «Offerte versendet», verfälscht sie die Abschlussquote.
- Onlineshop: Bestellungen, Umsätze nach Kanal und Retouren. Prüfe, ob der Shop Beträge mit oder ohne MWST liefert, und rechne überall gleich.
- Excel: als Quelle tauglich, wenn die Tabelle wie eine Datenbank aufgebaut ist, also eine Zeile pro Fall, feste Spaltennamen, keine zusammengeführten Zellen und keine Summenzeilen mitten in den Daten.
Excel, Power BI, Looker Studio oder eigene Anwendung?
Das Werkzeug ist die kleinere Entscheidung. Wichtiger ist, ob die Daten automatisch fliessen, denn alle Werkzeuge zeigen nur, was ankommt. Ob es für deine Quellen einen fertigen Anschluss gibt, prüfen wir vor der Offerte. Eine eigene Anwendung lohnt sich, wenn Rollen und Zugriffe wichtiger werden als Diagramme, etwa wenn Kunden in einem Kundenportal den Stand ihrer Projekte sehen sollen. Mehr dazu unter Portale und interne Apps.
Bei Power BI erstellst du mit dem kostenlosen Konto Berichte. Pro ist laut Microsoft dafür gedacht, für dich freigegebene Berichte zu öffnen und eigene zu veröffentlichen. Google hat Looker Studio in Data Studio umbenannt. Die Grundversion bleibt laut Google ohne Kosten, die Pro-Lizenzen werden monatlich abgerechnet, ob sie genutzt werden oder nicht. Die Lizenzen im Überblick:
| Werkzeug | Lizenz laut Anbieter | Passt, wenn |
|---|---|---|
| Excel | keine zusätzliche Lizenz, wenn Excel bei dir schon im Einsatz ist | wenige Personen die Zahlen nutzen und die Daten automatisch in die Tabelle kommen |
| Power BI | kostenloses Konto; Pro CHF 11.30, Premium-Einzelbenutzerlizenz CHF 19.40, je pro Benutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, zuzüglich MWST | mehrere Personen Berichte teilen und Microsoft-Programme ohnehin genutzt werden |
| Looker Studio, heute Data Studio | Grundversion ohne Kosten; Pro USD 9 pro Benutzer, Projekt und Monat | die Grundversion reicht oder Daten schon in Google-Diensten liegen |
| Eigene Anwendung | Bau nach Offerte; Hosting und allfällige Lizenzen separat | Kunden oder Teams nur ihre eigenen Zahlen sehen sollen |
Rollen, Aktualisierung, Datenqualität.
Nicht alle brauchen alles. Die Geschäftsleitung sieht den Gesamtstand, Teamleitende ihren Bereich, die Buchhaltung die offenen Posten. Wer was sieht, legst du fest, bevor das Dashboard in Betrieb geht.
Der Rhythmus folgt der Entscheidung: überfällige Rechnungen und Liquidität täglich, die Verkaufspipeline wöchentlich vor der Sitzung, Margen nach dem Monatsabschluss. Zeig bei jeder Zahl, wann die Daten zuletzt aktualisiert wurden. Eine Zahl ohne Stand verleitet dazu, auf veraltete Werte zu reagieren.
Datenqualität ist eine Daueraufgabe der Quellsysteme, nicht des Dashboards. Diese Regeln helfen:
- Jede Kennzahl hat eine Person, die bei unplausiblen Werten nachsieht.
- Doppelte Kontakte und Artikel werden in der Quelle bereinigt, nicht im Dashboard weggefiltert.
- Pflichtfelder im CRM sind auf das Nötige beschränkt, damit sie wirklich ausgefüllt werden.
- Fällt eine Datenquelle aus, zeigt das Dashboard einen Hinweis statt einer stillen Null.
Was Ermeth für dein Dashboard macht.
Wir wählen mit dir die Quellen und die wenigen Kennzahlen aus, die für deine Entscheidungen zählen, verbinden sie und gestalten Ansichten für Geschäftsleitung und Team, lesbar am Bildschirm und auf dem Handy. Für ein Dashboard gibt es keinen Einstieg mit Richtpreis. Nach dem Erstgespräch erhältst du eine eigene Offerte mit Umfang, deiner Mitwirkung, der Abnahme und dem Preis. Lizenzen für Werkzeuge weisen wir separat aus.
Neue Kennzahlen oder Quellen richten wir später gemeinsam ein oder im Rahmen der Betreuung mit Richtpreis CHF 490 pro Monat, siehe Angebot und Richtpreise. Mehr dazu unter Dashboards und Reporting. Das Erstgespräch kostet nichts: Beschreib uns, welche Fragen du dir jeden Montag stellst.
Quellen
- Microsoft: Power BI Preise (Schweiz), abgerufen am 8. Oktober 2026
- Google Cloud: Data Studio (Preise Pro, Grundversion ohne Kosten), abgerufen am 8. Oktober 2026
- Google Cloud: Data Studio Pro subscription overview (Umbenennung von Looker Studio, Abrechnung), abgerufen am 8. Oktober 2026
- bexio API-Dokumentation, abgerufen am 8. Oktober 2026
Häufige Fragen.
Was ist der Unterschied zwischen einer Kennzahl und einem KPI?
Jede Zahl, die etwas misst, ist eine Kennzahl. Ein KPI ist eine Kennzahl, an der du dich ausrichtest und bei der eine Abweichung eine Handlung auslöst. Die Zahl der Kontakte im CRM ist eine Kennzahl, die Zahl der Offerten ohne Nachfassdatum kann ein KPI sein.
Wie oft sollte ein KPI-Dashboard aktualisiert werden?
So oft, wie du darauf reagierst. Für offene Rechnungen und Liquidität ist täglich sinnvoll, für die Verkaufspipeline wöchentlich, für Margen monatlich. Eine stündliche Aktualisierung bringt nur etwas, wenn auch jemand stündlich handelt.
Reicht Excel als Dashboard?
Für den Anfang oft ja, wenn wenige Personen die Zahlen nutzen und die Daten automatisch in die Tabelle kommen. Kopiert jemand jede Woche von Hand, veraltet die Tabelle, sobald diese Person in den Ferien ist.
Kann ich bexio-Daten in Power BI oder Looker Studio auswerten?
Die Daten dafür liefert die bexio-API, etwa Rechnungen, Zahlungen, Aufträge und Buchhaltungsberichte. Zwischen bexio und dem Werkzeug braucht es aber einen Anschluss oder eine Schnittstelle, die die Daten abholt und aufbereitet. Was das in deinem Fall bedeutet, klären wir vor der Offerte.
Was kostet ein KPI-Dashboard?
Es gibt zwei Teile: die Lizenzen des Werkzeugs und den Aufbau. Die Lizenzpreise stehen in der Tabelle oben, Stand 8. Oktober 2026. Den Aufbau offerieren wir nach dem Erstgespräch, weil Quellen und Kennzahlen bei jedem Betrieb anders sind.
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Lass uns über deinen Fall sprechen.
Das Erstgespräch kostet nichts. Du beschreibst, wie es heute bei dir läuft, und wir sagen dir offen, ob und wie wir helfen können.